Das Collegium Borromaeum ist 1854 als Theologenkonvikt gegründet worden. Weil es im Laufe der Zeit zu klein wurde, errichtete man von 1913-15 den heutigen Bau – in architektonischer Anlehnung an das Münsteraner Stadtschloss. Das neue Gebäude verfügte über rund 200 Zimmer, die damals mitunter auch mehrfach belegt waren. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bau an zwei Stellen von Bomben getroffen (ein Treffer ging genau in die alte Kapelle), allerdings wurde das Gebäude weniger beschädigt als viele andere Häuser der Stadt Münster. Nach dem Krieg wurde neben den nötigen Reparaturen das Innere im Stile der 50er Jahre renoviert. In den 1970er Jahren gab es eine weitere Umgestaltung im Geschmack der Zeit. Eine grundlegende Sanierung fand in den Jahren 1992/93 statt. Im Zuge der Bauarbeiten wurden aus 3 Zimmern 2 gemacht und dafür jedem Zimmer ein eigenes Bad zugefügt, so dass sich die Anzahl der Zimmer von rund 200 auf rund 120 verringerte. Im Jahre 2004 wurden die bis dahin getrennten Häuser Collegium Borromaeum und Bischöfliches Priesterseminar, das seit dem 18. Jahrhundert an der Überwasserkirche angesiedelt war, im Gebäude des Borromaeum zusammengeführt, so dass das Borromaeum seit dem die komplette Priesterausbildung (Propädeutikum, Studium und Pastoralkurs wie auch die Priesterfortbildung) beherbergt. Da die Zahl der Priesterkandidaten in den folgenden Jahren noch weiter zurückging, öffnete man das Haus nach und nach für Priesterkandidaten anderer Diözesen, dann zudem für Studierende anderer Fächer, vorausgesetzt sie sind katholisch, tragen die Priesterausbildung mit und nutzen das, was das Haus an Besonderheit bietet. Seit dem 1.1.2025 ist auch das IDP (Institut für Diakonat und pastorale Dienste) in das Gebäude des Borromaeum gezogen, so dass das Haus jetzt das Ausbildungshaus aller pastoralen Berufe des Bistums Münster ist.
Für diejenigen, die an der frühen Geschichte des Hauses detaillierter interessiert sind, verweise ich auf die sehr gute Festschrift, die 1954 zum hundertjährigen Jubiläum des Hauses erschien.